Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Naturheilkunde

Naturheilkunde — Auch für Schulmediziner ein Pflichtthema

Naturheilkunde ist beliebter denn je. Mit Recht, denn inzwischen konnte auch die Wirksamkeit vieler Naturheilverfahren genauso belegt werden, wie die von Therapien der Schulmedizin. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit – erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Die Naturheilkunde umfasst sowohl Methoden zur Untersuchung von Erkrankungen im Rahmen einer ganzheitlichen Diagnostik, als auch deren Behandlung. Unter Naturheilverfahren versteht man dabei medizinische Heilmethoden, die die selbstheilenden Kräfte des Körpers ansprechen und/oder zumindest in Teilen naturbelassen beziehungsweise natürlichen Ursprungs sind.

Während es bis vor einigen Jahren noch eine deutliche Abgrenzung zwischen der klassischen Schulmedizin und den Naturheilverfahren gab, verwischen inzwischen immer mehr die Grenzen. Die medizinische Fachwelt erkennt zunehmend den Nutzen der Naturheilkunde. Eine erfreuliche Entwicklung, die sich auch darin manifestiert, dass immer mehr niedergelassene Ärzte eine Zusatzqualifikation für naturheilkundliche Verfahren erwerben

Die Beliebtheit von Naturheilkunde steigt beständig

Zahlen des Instituts für Demoskopie in Allensbach belegen die ständig wachsende Beliebtheit von Naturheilkunde. Während vor 45 Jahren nur rund ein Viertel der Bevölkerung solche Verfahren nutzte, sind es inzwischen nahezu fast zwei Drittel. Nur noch etwas mehr als ein Zehntel der Bevölkerung lehnt Naturheilkunde heute noch generell ab.

Verschiedene andere Studien belegen diesen Trend, der übrigens nicht nur in Deutschland, sondern international zu verfolgen ist.

Ärzte haben reagiert

Das merken inzwischen auch die niedergelassenen Ärzte. Die meistgelesene deutsche Medizinerzeitschrift, die Münchner Medizinische Wochenschrift, hat eine Umfrage unter ihren Leser durchgeführt. Das Ergebnis: Die meisten Ärzte werden täglich von Patienten auf naturheilkundliche Themen und Therapieoptionen angesprochen und setzen sich auch mit einem breiten Spektrum von Indikationen auseinander.Knapp 80 Prozent der teilnehmenden Ärzte gaben an, dass ihre Patienten häufig bis sehr häufig nach Therapien aus dem Bereich der Naturheilkunde fragen. Weitere 12 Prozent erhalten derartige Anfragen zumindest gelegentlich. Besonders großes Interesse besteht nach Auskunft der Ärzte übrigens bei Müttern mit kranken Kindern und bei chronisch kranken Patienten.Der Umfrage zu folge wenden inzwischen bereits 98 Prozent der Ärzte in ihrer Praxis ergänzend auch naturheilkundliche Verfahren an und zwar vorrangig die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Am häufigsten kommt die Naturheilkunde bei Infekten und Infektanfälligkeiten zum Einsatz. An erster Stelle stehen dabei Infektionen der Atemwege. Weitere typische Indikationsgebiete für naturheilkundliche Verfahren sind Beschwerden des Magen-Darm-Traktes (zum Beispiel der Reizdarm), Schmerzen, Allergien, Erschöpfung, Schlafstörungen und Depressionen. Sieben Prozent aller Ärzte geben inzwischen sogar an, Naturheilkunde in allen Indikationen einzusetzen.Ich persönlich kann das nur betätigen. Schulmedizin und Naturheilkunde ergänzen sich auch in meiner täglichen Praxis perfekt und am Ende des Tages kommt es nur auf eines an: Eine individuelle Therapie zu finden, die dem Patienten bei seinem ebenso individuellen Leiden hilft.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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