Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Cellulitis

Cellulite ist ungefährlich — Cellulitis nicht

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Cellulite (Zellulite) und Cellulitis (Zellulitis) oft gleich verwendet. Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit – erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Für viele Frauen ist ein Reizwort: Cellulite, umgangssprachlich auch Orangenhaut genannt. Je nachdem, welche Studie man liest, sind rund 80 bis 90 Prozent aller Frauen nach dem 20. Lebensjahr davon betroffen. Mit oftmals hohem Leidensdruck. Dabei ist Cellulite zwar ein kosmetisches Problem, aus heutiger Sicht jedoch keine Krankheit.

 

Der Unterschied zwischen Cellulite und Cellulitis

Ganz anders die Cellulitis. Sie betrifft sowohl Frauen als auch Männer, manchmal sogar Kinder. Bei ihr wird durch Bakterien eine äußerst schmerzhafte Entzündung des Unterhautbindegewebes sowie des Unterhautfettgewebes hervorgerufen. Nicht selten entwickelt sich diese Entzündung durch eine kleine, oftmals sogar unbemerkte Verletzung, über die die Bakterien in die Haut eindringen können. Sie verursachen sehr schmerzhafte Rötungen und Schwellungen, die mit Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergehen können. Darum sollte man eine Cellulitis auch unbedingt sofort behandeln. Sonst kann sich die Erkrankung weiter ausbreiten, die Muskeln schädigen und sogar eine Blutvergiftung verursachen. Die Einnahme von Antibiotika sorgt jedoch fast immer für eine rasche Linderung und Heilung.

 

Cellulite – ein riesiger Markt

Ganz anders die Cellulite. Gegen sie gibt es keine Pillen. Dennoch hat sich aufgrund des bereits erwähnten hohen Leidendrucks vieler Betroffener inzwischen ein reger Markt entwickelt. Da gibt es Kapseln und Cremes, Massagegeräte und Patches (großflächige Pflaster mit Wirkstoffen). Insgesamt, so schätzt man, werden weltweit jährlich rund sechs Milliarden Dollar mit diesen Produkten umgesetzt. Mit rasanten Anstiegen.

 

Trauen Sie keinen Heilversprechen

Mein Rat in diesem Zusammenhang: Trauen Sie keinen Heilversprechen. Zwar haben einige wenige klinische Studien gezeigt, dass gewisse Behandlungen eine Milderung der Cellulite zur Folge haben können. Gänzlich „heilen“ kann man sie jedoch nicht.

 

Dazu muss man wissen, wie Cellulite entsteht. Sie betrifft fast ausschließlich Frauen, weil deren Haut anders aufgebaut ist, als die von Männern. Sie ist elastischer und ihr Bindegewebe reißfester, weil bei Männern die stabilisierenden Fasern netzartig verwoben, bei Frauen dagegen parallel angeordnet sind. Östrogene sorgen nun bei Frauen dazu, dass diese Fasern elastisch bleiben. Gleichzeitig sind sie aber auch der Grund dafür, dass Frauen ihr Fett vor allem an Po und Oberschenkeln – den Problemzonen für Cellulite – ablagern.

 

Cellulite hat also in erster Linie physiologische und hormonelle Ursachen. Darum sind auch nicht nur – wie oftmals angenommen – übergewichtige Frauen, sondern genauso schlanke von der unschönen Hautverformung betroffen.

 

Mein Tipp zum Schluss: Ernähren Sie sich gesund. Bewegen Sie sich regelmäßig und lassen Sie sich von Zeit zu Zeit massieren. Dadurch wird der Körper angeregt, Flüssigkeit, Fett und Abfallprodukte abzubauen. Auch Wechselduschen und leichte Bürstenmassagen helfen. Wenn Sie dann auch noch ausreichend Wasser trinken, helfen Sie Ihrem Körper, die Abfallprodukte auszuscheiden. Auch das heilt zwar keine Cellulite, verzögert jedoch ihre Entstehung. Ganz abgesehen davon, dass Sie mit dieser Lebensweise etwas insgesamt Gutes für Ihren Körper, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden tun.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.netzathleten.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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