Max Grundig KlinikCheck-up Zentrum
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Max Grundig

Max Grundig (1908–1989) – eine große Unternehmerpersönlichkeit

Max Grundig ist eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte, ein Vorzeigeunternehmer des deutschen Wirtschaftswunders.

 

Die Anfänge

Max Grundig wurde am 7. Mai 1908 in Nürnberg geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters Max Emil wuchs er dort zusammen mit seinen drei Schwestern in einfachen Verhältnissen auf. Mit 16 Jahren begann er sich für das neu in Mode gekommenen Medium Radio zu interessieren. Er bastelte seinen ersten Detektor-Apparat in der Wohnung der Grundigs, die er zu einer Art Labor umfunktionierte. 1930 machte Max Grundig sein Hobby zum Beruf und eröffnete mit einem Teilhaber ein Fachgeschäft für Rundfunkgeräte in Fürth. Das Geschäft entwickelte sich gut. Grundig beschäftigte bald seine drei Schwestern, zahlte seinen Teilhaber aus und produzierte 1938 bereits 30.000 Kleintransformatoren.

 

Aufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg

Der eigentliche Aufstieg von Max Grundig zu einem führenden Unternehmer der Unterhaltungselektronik begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 15. Mai 1945 eröffnete Grundig mit Maschinen und Vorräten aus der Kriegsära eine Produktionsstätte für Universal-Transformatoren in der Jakobinerstraße 24 in Fürth, der Keimzelle seines späteren Weltkonzerns. Neben Transformatoren stellte Grundig bald Röhrenprüfgeräte her. Weil die Produktion von Radios genehmigungspflichtig war, kam Grundig auf die bahnbrechende Idee, einen Bausatz zu entwickeln, den jeder leicht selbst zu einem Radio zusammenbauen konnte. Er vertrieb diesen Bausatz als „Spielzeug“ unter dem Namen „Heinzelmann“.

 

Nach der Währungsreform dehnte Max Grundig sein Produktionsprogramm unter dem neuen Firmenmantel „Grundig Radio-Werke GmbH“ rasch aus. Er bediente den wachsenden Massenmarkt. Ab 1952 war Max Grundig der größte europäische Hersteller von Rundfunkgeräten und der weltweit größte Produzent von Tonbandgeräten.

 

Grundig entwickelte sich konsequent zu einem Anbieter der Unterhaltungselektronik – seit 1951 auch mit der Produktion und dem Vertrieb von Fernsehgeräten. 1954 kamen Diktiergeräte zum Portfolio hinzu. 1971 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, die Grundig AG. Das fränkische Unternehmen zählte in den 70er Jahren zu den führenden Unternehmen des Landes, 1979 waren über 38.000 Mitarbeiter beschäftigt – das Lebenswerk des Max Grundig war aus den Trümmern des Krieges errichtet.

 

Veränderung der Spielregeln

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre kam mit dem Videorekorder eine weitere Innovation auf den Markt für Unterhaltungselektronik und mit ihm treten Wettbewerber aus Japan und später auch anderen Ländern des Fernen Ostens massiv auf dem Weltmarkt auf. Obwohl die europäischen Marken Philips und Grundig das technisch bessere System für Videorecorder entwickelt hatten, setzte sich das japanische VHS-System durch. Die Spielregeln in der Unterhaltungselektronik änderten sich zusehends. Der Kampf um die Durchsetzung des Video-Standards machte deutlich, dass eine Spitzenstellung in der Unterhaltungselektronik nur noch mit der Finanzkraft von weltweit operierenden Großkonzernen möglich war. 1979 entschloss sich Max Grundig, den niederländischen Konkurrenten Philips mit einem Minderheitsanteil an seinem Unternehmen zu beteiligen. 1984 leitete er dann die grundlegende Neustrukturierung der Eigentümerverhältnisse bei den Grundig-Firmen ein, die zwei Jahrzehnte später abgeschlossen war. 

 

Max Grundig verstarb am 8. Dezember 1989 in Baden-Baden. Die Marke Grundig hat weltweit bis heute überlebt, als Produktname für innovative Endgeräte der Unterhaltungselektronik. Max Grundig selbst bleibt den Deutschen als tatkräftiger Unternehmer der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Erinnerung.

Max Grundig (1908-1989)