Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Muttermilch

Muttermilch macht Kinder intelligenter

In den ersten sechs Lebensmonaten gibt es keine bessere Babynahrung als Muttermilch. Eine aktuelle Studie belegt nun sogar, dass sie die spätere Intelligenz der Kinder fördert. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit  — erklärt Prof. Dr. Curt Diehm.

 

International gelten die positiven Effekte von Muttermilch als unumstritten. Umso erstaunter waren viele, als die USA Mitte 2018 versuchten, einen Beschluss der Weltgesundheitsorganisation WHO zur globalen Förderung des Stillens von Babys zu verhindern. Über die Gründe wird bis heute spekuliert, aber wahrscheinlich steckte die milliardenschwere US-Industrie für Babynahrung dahinter, die ihre Produkte gefährdet sah.

Zum Glück, kann ich da nur sagen, wurde die Resolution der WHO dennoch eingebracht. Denn Stillen ist gesund.

Längeres Stillen hält Mütter schlank und gesund

Bevor wir uns nun den positiven Auswirkungen von Muttermilch auf Babys widmen, soll ein Aspekt nicht unberücksichtigt bleiben, der in der Öffentlichkeit nur selten diskutiert wird: Die Effekte auf die Mutter.

So hat eine Studie aus Korea gezeigt, dass Mütter, die ihre Babys überdurchschnittlich lange gestillt hatten, im Alter deutlich seltener am „Grauen Star“ erkrankten. Andere Untersuchungen, unter anderem auch eine Metaanalyse von 47 Studien aus dem Jahr 2002, haben bereits mehrfach belegt, das Stillen das Brustkrebsrisiko reduziert. Selbst auf die Risiken der Mütter für spätere Diabetes, Bluthochdruck oder kardiovaskulären Erkrankungen hat das Stillen positive Auswirkungen.

Und eine aktuelle Untersuchung aus dem amerikanischen Pittsburgh/Pennsylvania konnte nun sogar nachweisen, dass stillende Mütter dauerhaft schlanker bleiben. Vielen Müttern gelingt es nämlich nach der Geburt ihres Kindes nicht, ihr ursprüngliches Gewicht wieder zu erreichen. Während der Schwangerschaft haben sie sich zu sehr an die erhöhte Kalorienzufuhr gewöhnt. Wenn sie aber ihr Kind voll stillen, können sie die Übergangsphase zu einer normalen Kalorienzufuhr verlängern, da für die Milchproduktion fast 500 Kilokalorien pro Tag, also ein Viertel des normalen Tagesbedarfs, verbraucht werden.

Gestillte Babys sind gesündere Kinder

Auch wenn es um die Gesundheit der Babys und späteren Kinder und Jugendlichen geht, belegen zahlreiche Studien aus aller Welt die positiven Wirkungen des Stillens. Das beginnt bei einer geringeren Säuglingssterblichkeit und reicht über seltenere Atemwegsinfektionen und Mittelohrentzündungen im Baby- und Kindesalter bis hin zum deutlich verringerten Risiko zu Übergewicht und sogar Leukämie bei Kindern und Jugendlichen.Denn Muttermilch enthält nicht nur alle nötigen Nährstoffe, sondern auch mehr als 700 Bakterienkulturen und trägt so zum Aufbau eines widerstandsfähigen Immunsystems bei.

Stillen ist gut für das Gehirn

Eine aktuelle Studie hat nun sogar die positiven Auswirkungen von Muttermilch auf das Gehirn belegt. Dazu untersuchten Forscher des Brigham and Woman´s Hospital in Boston 180 Babys. Das Resultat: Diejenigen, die mehr Muttermilch tranken, hatten im Alter von 7 Jahren ein verbessertes Erinnerungsvermögen, zeichneten sich durch höhere akademische Leistungen aus, besaßen bessere motorische Funktionen und einen höheren Intelligenzquotienten. Teilweise konnte sogar ein größeres Hirnvolumen nachgewiesen werden.Wie viele andere Ärzte plädiere auch ich darum, dass Mütter ihre Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat stillen sollten. Sie können sich und Ihrem Kind nichts Besseres tun.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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